USAATO 
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"Handwerk ist die Zukunft" (Somyot, Entwicklungshelfer, Textildesigner, Gründer und Inhaber von USAATO)

Somyot wurde 1960 geboren. Nach seinem Landwirtschaftsstudium trat er in den Freiwilligendienst in Thailand ein. 1987 ging er nach Isan. Seitdem besteht seine Arbeit u.a. darin, den Menschen dort in Bauerndörfern zu helfen ihr Leben zu verbessern, selbständiger und unabhängiger zu werden. Seine erste Herausforderung damals war die Stärkung des Bewusstsein der Frauen für ihr traditionelles Handwerk.

Seine Perspektive war ein bisschen anders als die der meisten regierungsunabhängigen Organisationen (NGOs). Er war mehr daran interessiert, wie das allgemeine Wohlbefinden der Menschen in den Dörfern gesteigert werden konnte, als einfach nur ihr Einkommen zu erhöhen.

Somyot nahm an einem Programm namens Asian Rural Institute in Tochigi, Japan teil. Das Motto der Schule lautete "Zusammen leben und miteinander wachsen". Sie bildet Basisaktivisten zu Projektleitern aus zur Förderung grösserer Autonomie für Bauerndörfer. Dort lernte Somyot auch biologische Landwirtschaft kennen und fand sich von der Tiefe und Komplexität der Handarbeit angezogen. Dabei war er besonders beeindruckt von japanischen Bambusarbeiten und japanischer Keramik. "Als ich 1986 nach Japan kam, war Handwerk noch immer ein lebendiger Aspekt der Kultur. Es war eine Erfahrung, die mir die Augen öffnete zu sehen, wie reich das Leben in japanischen Bauerndörfern war, bezüglich Natur und Lebensstandard ", sagt Somyot.

Er besuchte auch das Mingeikan (Volkskunstmuseum) in Tokio. "Ich liebe diesen Ort. Ich bin oft hingegangen. Ich liebe die Keramik, klar, aber das traditionelle Weben und Färben sind auch fantastisch. Ich denke Handarbeiten sind die höchste Form der Ästhetik, entstanden von Menschenhand als Ausdruck des Lebens selbst.“ Somyot war inspiriert von der noch existierenden japanischen Handwerkskultur. Er war berührt von Soetsu Yanagi’s Geist, jener der die Volkskunstbewegung vorantrieb mit dem Ziel, die Leben und Herzen der Menschen zu bereichern. Somyot beschloss, dass er etwas Ähnliches tun möchte, die Wiederbelebung des Kunsthandwerks in den Bauerndörfern Thailands.

Während seine NGO-Freunde sich auf "Makro"-Dinge wie Veränderung sozialer Strukturen zur Beseitigung von Armut und Diskriminierung konzentrierten, dachte Somyot es sei wichtiger, das Alltagsleben von Individuen zu verbessern. Jedem ein reiches und glückliches Leben im Einklang mit der Natur zu ermöglichen, ist der erste Schritt zum Aufbau einer glücklichen Gesellschaft.

"Selbstversorgung" und "traditionelle Handwerkskultur" besitzen wahren Reichtum und Schönheit, die nicht mit Geld gemessen werden können. Sind diese Dinge einmal verloren, ist es nicht einfach sie wieder zurückzuerlangen. Dies sind die Lehren, welche Somyot den Menschen in den Dörfern bewusst machte und lehrte.

In den ersten Jahren ging er mit den Dorffrauen im Wald spazieren, um Vögel zu beobachten, nach nützlichen Kräutern zu suchen, selbst zu erleben, wie die Natur den Reichtum ihres Lebens unterstützt. "Ich wollte, dass sie den Wald und die Naturphänomene aus der Perspektive der Freude und der Freude am Leben erleben, nicht nur aus der Sicht der Landwirtschaft. Würde ihnen das nicht helfen zu sehen, wie fantastisch die Natur ist, und wie dankbar wir sein sollten, anstatt diese Dinge für selbstverständlich zu nehmen? "

Somyot war immer auch selbst Lernender. Eine handwerkliche Fähigkeit nach der anderen lernte er kennen, die noch immer in den Dörfern erhalten waren: z.B. wie man Stoffe färbt und wie man Baumwollkapseln in Textilien verwandelt.

In ihrem täglichen Leben haben die Dorfbewohner ihr Alltagswissen stets gepflegt und dadurch bewahrt. Somyot, dankbar für die Lektionen, die er gelernt hatte, wollte etwas zurückgeben. Er dachte lange darüber nach, wie er das am besten mache könnte. Er entschied sich für das Färben als Projekt, als vielleicht bester Weg, den Frauen im Dorf zu mehr Autonomie zu verhelfen.

Somyot verbrachte Jahre damit, Beziehungen des Herzens aufzubauen. Obwohl er Thailänder war, in den Dörfern von Isan war er zunächst nur" jemand von weit weg". Er reiste regelmäßig in die Dörfer und erlebte das Traurige und das Schwierige zusammen mit dem Fröhlichen. Als er die Leute besser kennenlernte wurde Somyot vom Gast zum Freund und dann zu einem guten Freund. Schliesslich wurde er als Mitglied der Familie begrüsst. Dann fing er wirklich an zu scheinen. 

Textilien sind ein integraler Bestandteil von Thailands kulturellem Erbe. Somyot blieb beharrlich in seinen Bemühungen, den Wert des Handwebens und des natürlichen Färbens zu vermitteln, in der Förderung des Färbens als Gruppenaktivität.

"Sogar in den ländlichen Dörfern begannen die Menschen synthetische Fasern und chemische Farbstoffe zu verwenden. Also begann ich ihnen bewusst zu machen, warum natürliche Materialien besser wären, und warum dies für ihre Lebensweise wichtig wäre. Ich musste ihnen sagen, dass es keine Frage des Geldes wäre. Natürliche Stoffe wären besser für ihre Gesundheit, Ihren Geist und für die Umwelt. Dies sind die Gründe, warum ich wollte, dass sie natürliche Materialien verwenden."

Und schliesslich drang er zu den Menschen durch. Ausgehend von "kleinen Setzlingen", gelang es in mehreren Dörfern die traditionelle Spinnerei, Färberei und Weberei wiederzubeleben.

Dies war die Zeit, als sich Somyot und Usaburo zum ersten mal trafen...